Saisonvorschau 2026/27 - Adler Mannheim

Hinter den Adler Mannheim liegt eine erfolgreiche Saison. Auf den starken zweiten Platz in der Hauptrunde, folgte der Einzug ins DEL-Playoff-Finale. Prunkstück der Adler war die Defensive, mit einem von nur 2,35 (Liga – Bestwert). Einziger Wermutstropfen – bei der Berliner Meisterfeier waren die Adler allenfalls Statisten, denn die Finalserie ging mit 4:1 in die Hauptstadt. In der neuen Saison werden die Adler gleich mehrfach gefordert sein. Nach 2 Jahren Pause gehen sie wieder in der multinationalen „CHL“ an den Start. Hier warten u. a die schwedischen Top-Clubs Växjö und Skelleftea, sowie eine schöne Auswärtsfahrt nach Bordeaux. Eine besondere Ehre wird ihnen zwischen Weihnachten und Silvester zuteil, denn da werden die Adler beim ältesten Eishockeyturnier der Welt teilnehmen, dem „Spengler Cup“ in Davos. Den Adlern steht also eine pickepackevolle Saison bevor…

Der Coach - Dallas Eakins

In seiner Spielerkarriere zeichnete sich Dallas Eakins aus durch physisches Spiel, Einsatzbereitschaft und Führungsqualitäten. Diese Attribute hat er auch auf seine Trainerkarriere übertragen. In 10 Jahren AHL erarbeitete er sich den Ruf als „Spielerentwickler“ und „Schleifer“. Seine Teams waren jung, defensivstark und topfit. Seine NHL-Stationen waren von Herausforderungen geprägt. Bei den Edmonton Oilers stießen seine Praktiken (extreme Härte, aggressives Defensivkonzept) auf viel Kritik, und so endete seine Zeit hier nach 1,5 Jahren. Bei den Anaheim Ducks hingegen war er 4 Jahre lang mit einem Rebuild beschäftigt. Seit 2023 steht Eakins in Europa an der Bande und hier trägt seine Arbeit Früchte. Er hat ein körperlich dominantes und taktisch diszipliniertes „Tempo“ Eishockey implementiert. Sein Coaching-Stil ist die perfekte Kombination aus nordamerikanischer Härte und europäischer Spielkultur.

die voraussichtliche Aufstellung der Adler Mannheim für die Saison 26/27

Der Kader im Detail

Tor: Das Torhüterduo bilden Maxi Franzreb und Jake Hildebrand. Franzreb ist einer der konstantesten Goalies der Liga, der jedes Jahr verlässlich über 90% fängt. Hildebrand kommt neu aus Berlin und ist die perfekte Ergänzung. Mittlerweile hat Hildebrand den deutschen Pass erhalten, was den Adlern noch mehr Flexibilität gibt.

Abwehr: Die Gesichter der Mannheimer Abwehr sind Nicolas Mattinen und Leon Gawanke. Zwei Defender mit einer enormen Offensiv-Power. Beide verfügen über ein herausragendes offensives Gespür und einen elitären Schlagschluss von der blauen Linie. Ihnen wird der Rücken freigehalten von Dan Renouf und Lukas Kälble. Die beiden sind „Grinder“, die Härte und defensive Verlässlichkeit ins Mannheimer Spiel bringen. John Gilmour hingegen bringt nochmal eine andere Facette hinein. Er ist einer der besten Schlittschuhläufer der Liga, wendig und rasant im Antritt. Er ist der Motor der Mannheimer Abwehr – sowohl im Umschaltspiel, als auch im Powerplay. Weitere Verteidiger im Mannheimer Kader sind Jérémie Poirier und Hayden Shaw.

Sturm: Coach Eakins kann im Angriff auf 4 qualitativ hochwertige Reihen zurückgreifen. Besonders die Reihe Macek – Michaelis – Schütz würde mir sehr gefallen, da hier 3 verschiedene Spielertypen kombiniert werden. Brooks Macek (deutscher Pass, zuletzt 7 Jahre KHL) ist der typische „Sniper“, der vor allem im Powerplay gesucht werden wird. Justin Schütz kombiniert einen explosiven Antritt mit Scoring-Touch. Marc Michaelis ist das Gehirn dieser Reihe. Mit seinem Hockey IQ und seiner Passqualität, macht er jeden seiner Mitspieler besser. Erfolgreich funktioniert hat in der letzten Saison die Reihen Konstellation um Greco – Solow – Bennett. Die drei vereinen Speed, Physis und eine vorbildliche Arbeitseinstellung. Ein echter Transfercoup ist Manager Binder mit der Verpflichtung von Patrick Brown gelungen. Ein defensivstarker Center und Prototyp eines Führungsspielers. Der ehemalige NHLer (zuletzt in Boston) vereint Physis mit einer enormen Spielintelligenz. Am Bullypunkt wird er nur schwer zu bezwingen sein. Er führt die Riege erfahrener Power Forwards und 2-Way-Attacker um Plachta + Reichel + Esposito und Kühnhackl an. Interessant wird es auch auf den U23-Positionen. Hier könnte der Stern von Max Calce aufgehen. Er bringt das spielerische Rüstzeug und das Talent mit, um langfristig ein sehr guter Center in der DEL oder sogar höher zu werden. Die Adler werden versuchen, ihn behutsam in Reihe 4 aufzubauen.

Nicolas Mattinen
PLAYSTYLE offensive defender
POSITION JAHRGANG GRÖSSE GEWICHT
Defender 1998 196 cm 98 kg
Puck Skills 17
Skating 15
Hockey IQ 17
Physical 18
Shooting 20
Defense 15
OVERALL 19

Die taktische Identität

Das Fundament des Mannheimer Spiels unter Eakins ist ein aggressiver Forecheck. Die drei Angreifer (F1, F2, F3) sollen den Gegner tief in seiner eigenen Zone einschnüren und zu Fehlern zwingen. Eakins steht für Fitness und Härte - wer nicht 100 % mitarbeitet, der landet auf der Tribüne. Dieses Pressing gibt dem Spiel der Adler den Rhythmus. Wenn die Scheibe gewonnen ist, versuchen die Adler blitzschnell umzuschalten und die Flügelstürmer um Justin Schütz oder Anthony Greco in die Partie zu bekommen. Ein Vorteil: Der Kader besitzt enorm viel Physis, was ihnen bei Duellen an der Bande und im Slot enorm helfen wird. Das Muster „Low to High“, also Puckgewinn in der offensiven Zone und Pass an die Blaue, wo Gawanke oder Mattinen warten, werden wir bei den Adlern häufiger zu sehen bekommen. Zusammenfassend kann man sagen: die DNA der Adler Mannheim besteht aus „Hard Work“, „High Pressure Forecheck“ und „Fast Transition“.

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Ein Tormuster, welches wir häufiger sehen werden. Die Adler setzen ihren Gegner an der Bande fest. An der Bande wird die Scheibe erobert und der Puck wandert nach oben an die Blaue (hier Kühnhackl auf Mattinen). Währenddessen parkt ein physischer Brecher (hier Brown) vor dem Slot und nimmt dem gegnerischen Goalie die Sicht. Der harte Schuss kommt aufs Tor. Der Goalie sieht die Scheibe durch die Wand vor sich zu spät. Entweder schlägt der Schuss direkt im Eck ein, oder der Goalie kann den Puck nur nach vorne prallen lassen – wo der parkende Stürmer den Rebound eiskalt über die Linie drückt.

Ausblick

Laut meinem Rating-System haben die Adler Mannheim die höchste Kaderqualität (knapp vor Köln und Berlin). Zudem sind die Adler eingespielt. Coach Eakins hatte 3,5 Jahre Zeit sich ein Team aufzubauen, das perfekt auf seine taktische Idee zugeschnitten ist – und das merkt man. Es wirkt so, als wären die Adler bereit für den nächsten DEL‑Titel nach 2019. Angesichts der wirtschaftlichen Situation und der Strahlkraft des Vereins, muss das aber auch das Ziel sein. Einziges Problem könnte die hohe Belastung werden. Die CHL ist zwar schön zum Einspielen, doch Auswärtsreisen mitten in der Saison ins tiefste Finnland sind hart. Auch der volle Spielplan im Dezember könnte ein Problem werden (DEL + Spengler Cup). Belastungssteuerung wird also ein großes Thema, damit im März/April die Spieler am Peak und nicht am Boden sind. Die Adler haben allerdings einen sehr breiten Kader und auch die monetären Mittel um nochmal nachzulegen. Meine Prognose: Meisterschaftskandidat

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Autor
Malte Petz
Beitrag vom
12. September 2026