Meine DEL-Datenbank – die Spielertypen (Teil 2)

Im ersten Teil dieser Serie ging es um die reine Zahl – wie aus verschiedenen Daten und Metriken am Ende ein Overall-Rating zwischen 1 und 20 entsteht. Allerdings erzählt die Zahl alleine nur die halbe Geschichte. Ein 18er-Stürmer, der als „Speedster“ mit Zug zum Tor spielt, ist ein komplett anderer Spielertyp als ein 18er-Offensive Defender, der mit seinem Schlagschuss von der Blauen Linie Gefahr ausstrahlt. Deshalb ist der zweite Baustein des Modells – der Spielertyp.

Warum überhaupt Spielertypen?

Ein Rating beantwortet die Frage: Wie gut ist dieser Spieler? Ein Spielertyp beantwortet die viel interessantere Frage: Was kann dieser Spieler besonders gut? Zwei Stürmer oder zwei Verteidiger mit exakt demselben Overall, können taktisch völlig unterschiedliche Rollen im Team ausfüllen. Für mich als Ex-Sportwetter und Neu-Blogger, der Kader und Matchups analysiert, ist diese Differenzierung sehr wichtig, denn ein reines Overall-Ranking würde Äpfel mit Birnen vergleichen.

Die Grundlogik

Jeder Spieler bekommt im Modell nicht nur ein Overall-Rating, sondern ein ganzes Set an Subratings – etwa für Schusskraft, Passspiel, Skating, Defensive, Physis und Spielintelligenz. Der Spielertyp wird nicht "von Hand" vergeben, sondern ergibt sich aus dem Muster dieser Subratings in Kombination mit den zugrunde liegenden Daten. Jeder Spieler hat ein statistisches "Anforderungsprofil", und der Spieler wird dem Typ zugeordnet, dessen Profil er am stärksten erfüllt. Im Fußball gibt es ähnliche Ansätze, zum Bsp. die Marktwerte von transfermarkt.de oder die Ratings in Videospielen wie Fifa oder FM. Im Eishockey und besonders in der DEL fehlen diese Vergleichswerte bisher komplett.

Meine Spielertypen

- Sniper (Identität: Abschlussstarker Torjäger, wird im Powerplay gesucht) Stärken: Schuss, Positioning, Tore aus wenig Chancen - Scorer (Identität: Torinstinkt) Stärken: Antizipation, Positioning, Rebound - Playmaker (Identität: Klassischer Spielmacher) Stärken: Passing, Übersicht, Puckhandling - Power Forward (Identität: harter Spieler, mit Scoring Touch) Stärken: Physis, Net-Front Presence, Rebounds - Two-Way-Attacker (Identität: harter Arbeiter) Stärken: Defensiv, Forechecking, Flexibilität - Speedster (Identität: quirlig) Stärken: Geschwindigkeit, agilität, Konterspiel - Allrounder (Identität: schweizer Taschenmesser) Stärken: überall solide Werte, flexibel einsetzbar - Hooligan (Identität: der Schläger) Stärken: Energy Player, Defensive Hustle, Screen im Powerplay - Macht jede Schlägerei mit - Offensive Defender (Identität: 4ter Angreifer) Stärken: Puckhandling, Schuss von der blauen Linie, Breakout - Two-Way Defender (Identität: Aufbauspieler) Stärken: Puck Movement, Aufbauspiel, solide Defensive - Grinder (Identität: Arbeiter) Stärken: Body-Checking, Physis – kann sich trotzdem offensiv einschalten - Enforcer (Identität: Defense-first) Stärken: Body-Checking, Aggressivität, Stellungsspiel

Drei Gründe, warum das Sinn ergibt

1.) Kontext für die Zahl: Ein 16er-Rating sagt wenig, wenn man nicht weiß, wofür der Spieler steht. Der Playstyle liefert diesen Kontext auf einen Blick. 2.) Bessere Matchup-Analyse: Für taktische Betrachtungen – etwa "wie verteidigt man einen Sniper im Powerplay" – ist der Typ relevanter als das reine Overall. 3.) Vergleichbarkeit über Rollen hinweg: Man kann so einen Enforcer nicht mehr fälschlich an den Offensivzahlen eines Scorers messen – jeder Typ wird an seinem eigenen Anforderungsprofil gemessen, was faireres Ranking innerhalb der Rolle ermöglicht.

Fazit

Ursprünglich ist dieses Modell nicht für meine Blogartikel entstanden, sondern für den Vergleich von DEL-Teams im Kontext von Sportwetten – und genau dort hat sich gezeigt, wie viel ein strukturierter Blick auf den Kader bringt, den man mit bloßem Bauchgefühl oder der Tabelle allein nicht bekommt. Der eigentliche Wert liegt weniger in der einzelnen Zahl als in der Systematik dahinter: Ein Modell zwingt dazu, Spielstärke in Bestandteile zu zerlegen, statt sie pauschal zu behaupten. Es macht Kadervergleiche konsistent – jeder Spieler wird nach denselben Kriterien betrachtet, unabhängig davon, ob er gerade eine gute Woche hat oder in den Schlagzeilen steht. Und es liefert eine gemeinsame Sprache: Begriffe wie "Power Forward" oder "2-Way Defender" machen taktische Diskussionen greifbarer, weil man nicht mehr nur über Tore und Punkte redet, sondern über Rollen im Team.

Riley Barber
PLAYSTYLE sniper
POSITION JAHRGANG GRÖSSE GEWICHT
Attacker 1994 183 cm 90 kg
Puck Skills 17
Skating 16
Hockey IQ 19
Physical 15
Shooting 20
Defense 14
OVERALL 19

Das perfekte Beispiel für einen klassischen "Sniper". Ingolstadt`'s Torjäger Riley Barber.

Hier geht's weiter mit Teil 3 der Datenbank Serie.

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Autor
Malte Petz
Beitrag vom
07. September 2026