Der dritte Spieltag in der Penny-DEL steht an. Die erste Woche verlief durchaus überraschend. Die Nürnberg IceTigers, die in der Vorbereitung 7 × mal als Verlierer vom Eis gingen, grüßen von der Spitze. Wolfsburg ungeschlagen, Fischtown ungeschlagen und Juvonen fängt sich zum Auftakt 8 Dinger. Schwierige Zeiten für alle Fantasy-Manager und auch mein Team ist „fatal“ in die neue Saison gestartet. In der letzten Saison lief es noch besser für mich. An dieser Stelle… vielen Dank an die DEL für diesen tollen Artikel und die wundervolle Zeit in Berlin.
Für diese Matchday-Episode schaue ich auf ein bayerisches Derby, bei dem für beide Teams schon einiges auf dem Spiel steht. Die Straubing Tigers sind mit 2 Niederlagen (Berlin, Krefeld) in die Saison gestartet. Der ERC Ingolstadt konnte zum Start zwar die Iserlohn Roosters bezwingen, doch gegen Nürnberg gab es eine überraschende 2:6 Heim-Pleite.
Die Auftaktniederlage gegen die Eisbären Berlin war noch verschmerzbar für die Tigers. Man hielt die Partie bis zum Ende spannend und konnte auch statistisch mithalten (42:66 Gesamtschüsse für die Tigers). Die Partie gegen die Krefeld Pinguine ist da schon anders zu bewerten. 58:65 für Krefeld, davon 33:45 aufs Tor. Von 5 Powerplays blieben 4x ungenutzt und defensiv präsentierte man sich sehr „luftig“. Im Tor sollte trotzdem Jakub Skarek seine nächste Chance erhalten, der bei den bisherigen Gegentoren ziemlich alleine gelassen wurde. Back-up Florian Bugl war zuletzt nicht im Kader. In der Verteidigung erwarte ich das Duo Brandt – Zimmermann. Besonders auf Brandts Schultern liegt eine große Last. Sein Blueliner wird häufig im Spiel gesucht. Auch Jo Duszak muss liefern. Der US-Amerikaner spielt engagiert, doch eine Plus-Minus-Statistik von –4 gegen Krefeld spricht Bände. Sein Reihenpartner ist Adrian Klein. Das dritte Verteidiger-Duo bilden N.Beaudin und Green. Im Sturm scheint die perfekte Formation noch nicht gefunden. Mir würde eine erste Reihe aus Halloran – Madden – Rees gefallen. Halloran und Madden gehören schlittschuhläuferisch zu den stärksten der Liga. Rees ebenfalls. Sein Scoring-Output war zuletzt in der AHL nicht der beste, doch dass er punkten kann, hat er 2022/23 für die Chicago Wolves gezeigt (65 Spiele, 14 Tore und 28 Assists). Neben Madden und Halloran, würde er auf ähnliche Werte kommen. Reihe 2 könnten (wenn fit) JC Beaudin – Leonhardt – Varejcka bilden. Reihe 3: Seidl – Loibl – Kersten und Reihe 4: Brandl – Brunnhuber – McKenzie. Es ist auch denkbar, dass der kanadische Importspieler Hudson Elynuik eine Chance erhält. Der „Power Forward“ mit KHL-Erfahrung war zum Saisonstart überzählig und könnte beispielsweise für einen Spencer Kersten hereinrutschen.
Jamieson Rees
PLAYSTYLE
| POSITION |
JAHRGANG |
GRÖSSE |
GEWICHT |
|
Attacker
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2001
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179 cm
|
84 kg
|
OVERALL
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Style of Play - Straubing Tigers
Muster #1 - Transition als Identität
Das prägendste Muster ist nicht die Offensive selbst, sondern der Übergang dorthin. Straubing kreiert Chancen und macht Tore, indem sie Fehler des Gegners – Scheibenverluste, schlechte Wechsel, riskante Pässe – in unmittelbaren Druck verwandelt. Mit Halloran und Madden hat man zwei Spieler, die perfekt dafür geeignet sind, diese Puckgewinne in Tore umzuwandeln. Auch Neuzugang Jamieson Rees kommt dieser Spielstil entgegenkommen.
Muster #2 – Low to High (+Rotation)
Wenn Straubing den Gegner in der Verteidigungszone festgesetzt hat, nutzen sie die volle Breite der Eisfläche, um die gegnerische Box zu dehnen und die Verteidiger herauszulocken. Die Tigers rotieren stark zwischen den Außenbanden und den blauen Linien. Der Puck wird von der Bande schnell nach oben zu den Verteidigern verlagert. Sobald der Verteidiger an der blauen Linie den Puck bekommt, bewegen sich die Angreifer F1 und F2 direkt vor den Torwart (Screening), während F3 den Rebound-Bereich abdeckt. Die Verteidiger bringen flache, verdeckte Schlagschüsse oder Wrist Shots auf das Tor. Chancen oder im Optimalfall Tore entstehen primär durch Tip-ins im Slot oder durch das aggressive Nachsetzen bei Rebounds. Schlüsselspieler in diesem Muster ist Marcel Brandt. Seine größte Stärke ist sein Schlagschuss. Er bleibt aber nicht nur starr an der blauen Linie. Er ist einer der aggressivsten Pinching-Verteidiger der DEL.
Wo sind die Tigers verwundbar?
Straubing lebt von der Unterstützung durch die Verteidiger (wie Marcel Brandt oder Jo Duszak). Pinchen die Defender tief oder stürzen sich die Stürmer zu aggressiv ins Forechecking, muss der F3 an der blauen Linie den Rückraum sichern. Problem: Verliert Straubing in der gegnerischen Zone die Scheibe an der Bande oder schlägt das Forechecking fehl, ist die Absicherung zu weit aufgerückt. Krefeld spielte am Freitag ein extrem schnelles, einfaches Vertikaleishockey. Straubing lief hier mehrfach in gegnerische Überzahlkonter (2-auf-1 oder 3-auf-2).
Nachstellung 1:3 gegen Krefeld durch Philipp Gogulla.
Der Saisonauftakt in Iserlohn verlief standesgemäß für die Panther. Am Seilersee konnte man 3:4 gewinnen und den ersten Auswärtssieg feiern. Auch statistisch gesehen lag man hier vorne. Die Panther feuerten 51 Schüsse auf das Roosters Gehäuse ab – Iserlohn 30. Besonders Riley Sheen erwischte hier einen super Abend (2 Tore, 1 Assist). Zu Hause gegen Nürnberg lief es nicht ganz nach Plan, denn den IceTigers musste man sich mit 2:6 geschlagen geben. Immerhin: Mit 58:48 Schüssen, 31:28 Schüssen aufs Tor und 46:27 gewonnenen Bullies konnte man zumindest die statistische Seite für sich entscheiden. Wie erwarte ich die Panther? Im Tor hat Coach French die Qual der Wahl zwischen Stettmer und Williams. Das erste Verteidiger-Pärchen bilden Ellis – Breton. Breton ist ein starker Off.Defender, Ellis agiert als perfekter Gegenpart. Das zweite Verteidigerduo bilden Hüttl – Wasenden. Tropmann – Appendino bilden das dritte Duo. Der britische Nationalspieler Sam Ruopp und auch Philipp Rosa-Preto standen zuletzt nicht im Kader der Panther. Im Sturm startet die Reihe Barber – Abbandonato – Schmölz. Riley Barber, ein klassischer Sniper, gehört zu den besten Spielern der Liga. Im Bereich „Shooting“ erhält er in meinem Rating-System eine 20, die höchstmögliche Bewertung. Trotzdem blieb er bisher glücklos. Gegen Nürnberg fand keiner seiner 7 Schüsse den Weg ins Netz. Die zweite Angriffsreihe bilden Girduckis – Powell – Agostino. In Reihe 3 erwarte ich Sheen – Pietta – Keating. Die 4. Reihe könnte aus Schindler – Smallwood – Pul bestehen. Der 2‑Way-Center Nathan Burns fehlt verletzt.
Riley Barber
PLAYSTYLE
sniper
| POSITION |
JAHRGANG |
GRÖSSE |
GEWICHT |
|
Attacker
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1994
|
183 cm
|
90 kg
|
OVERALL
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Style of Play - ERC Ingolstadt
Muster #1 – aggressiver Forecheck
Mark French erwartet eine sehr aktive und druckvolle Spielweise im gegnerischen Drittel. Der erste Stürmer (F1) geht häufig extrem hart und auf dem direkten Weg auf den puckführenden Verteidiger hinter dem Tor. Der zweite Stürmer (F2) schneidet die erste Passoption (meist entlang der Bande) ab. Das Ziel: den Gegner zu überhasteten Befreiungsschlägen oder Fehlpässen im eigenen Drittel zu zwingen. Der eroberte Puck geht entweder „Off the Dot“, wo Ingolstadts Scorer wie Barber, Agostino oder Sheen warten. Eine weitere Variante: Alex Breton oder Leon Hüttl schalten sich in die Angriffszone mit ein und agieren als 4. Angreifer.
Muster #2 – Powerplay & Riley Barber
Das Powerplay des ERC Ingolstadt ist brandgefährlich. Ein schussgewaltiger oder spielsicherer Verteidiger an der blauen Linie, der das Spiel verteilt (meist Breton). Scharfschützen auf den „Half-Walls“ (Barber, Agostino). Dazu ein „Bumper“ und ein Spieler mit „Net-Front-Presence“. Barber verfügt über den besten Schuss der Liga (laut Rating-System) und wird häufig gesucht. Ein klassischer Abschlussweg für Barber: Die Scheibe wird auf einer Seite festgemacht und geduldig rotiert. Dann kommt es zum „Royal Road“-Pass (Pass quer durch die Box) auf den Bullykreis. Barber der Off-Wing (Rechtsschütze auf linker Spielfeldseite) steht, kann dann direkt abziehen, bevor der gegnerische Torwart die Bewegung mit den Schonern mitmachen kann.
Wo sind die Panther verwundbar?
Der aggressive Spielstil der Panther birgt eine Gefahr. Wenn Ingolstadt den Gegner mit Druck anläuft und die Verteidiger weit aufrücken, entstehen Lücken. Gegnerische Teams mit einem starken Umschaltspiel können sich bewusst tief einschnüren lassen. Gewinnt der Gegner den Zweikampf an der Bande, kann mit einem einfachen Bandenpass an Ingolstadts aufgerücktem Verteidiger vorbei, die Absicherung der Panther komplett ausgehebelt werden. Da die Stürmer tief im gegnerischen Drittel gebunden sind und der Verteidiger ins Leere gelaufen ist, entstehen blitzschnell gefährliche 2-auf-1- oder 3-auf-2-Konter für den Gegner.
Mögliches Tormuster gegen die Panther. Agostino verliert den Zweikampf an der, Breton schafft es nicht den Gegenangriff zu unterbinden. Ellis hat alleine gegen Madden & Halloran ein Problem. Es ist eine Nuance… gewinnt Agostino den Zweikampf, steht Girduckis komplett frei.
Die Buchmacher sehen eine enge Partie. Straubing liegt mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 57,5% (inkl. OT/Penalty) leicht vorne. Ingolstadt kommt auf 42,5 %. Mein Rating-System sieht es leicht anders. Straubing kommt auf einen Gesamtscore von 384. Ingolstadt liegt bei 398. Hier fließt „nur“ die Teamqualität und die Teamchemie/Form mit ein. Wenn wir den Heimvorteil am Pulverturm mit einbeziehen, ist diese Partie ein „Coinflip“ (50/50). Interessanter Fact: Der ERC Ingolstadt verbringt bisher von allen Teams die meiste Zeit in der gegnerischen Zone. Diese Zeit haben sie denkbar schlecht genutzt, denn bei den „High Danger“ Torchancen liegen sie auf Platz 14. Aber Achtung: 2 Spiele sind eine viel zu geringe Stichprobe, um solche Stats ernsthaft zu bewerten.
Schwierig zu prognostizieren das „bayerische Duell“. Saisonstart & Findungsphase, ähnliche Kaderqualität und Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Hinzu kommt… eine ähnliche Idee vom Eishockey. Einige Waffen im Powerplay, Outstanding Akteure sowohl offensiv als auch defensiv (Barber/Breton vs. Halloran/Brandt) und der Versuch, diese Akteure einzubinden. Ich tippe auf ein 2:3 für Ingolstadt, da mein Modell sie qualitativ leicht vorne sieht. Zudem waren die Tigers gegen Krefeld so „luftig“ unterwegs, das kann gegen die Panther-Offensive böse schiefgehen. Generell gehe ich aber die These der Buchmacher mit, die eine 50/50 Partie am Pulverturm erwarten...
Straubing gewinnt, wenn... sie sich defensiv fangen und Ingolstadt konsequent auskontern.
Ingolstadt gewinnt, wenn… sie Straubing in der OZ einschnüren, wenige Turnover im Spiel haben und Riley Barber einen guten Tag erwischt.
Mein Kicktipp-Tipp: 2:3 für Ingolstadt
Mein DEL-Fantasy-Manager Tipp: Riley Barber (5 Pucks)